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Tätowierungen hatten früher etwas leicht Anrüchiges. Sie wurden vor allem mit Seeleuten oder Kriminellen mit schwarz-weiss Tattoos in Verbindung gebracht.
Inzwischen haben sie ein ganz anderes Image. Und sie heißen auch anders: Tattoo nämlich, was nichts anderes bedeutet als “Tätowierung”, aber eben auf Neudeutsch, d. h. Englisch. Tätowierungen sind heute in allen möglichen Gruppen und Schichten verbreitet und durchaus nicht mehr nur auf die Männerwelt beschränkt. Eine Menge Promis, männlich wie weiblich, sind tätowiert und regen damit ihre Fans, männlich wie weiblich, zur Nachahmung an. Vor allem biomechanische Tattoos werden heutzutage gerne gestochen.
Ein bisschen dezenter Hautschmuck schockiert kaum noch jemanden, weder bei der Bankangestellten noch beim Supermarkt-Kassierer. Um überhaupt noch zur Kenntnis genommen zu werden, muss die Verzierung entweder besonders groß/bunt/aufwendig sein oder an einer ungewöhnlichen Stelle sitzen, im Dekolleté etwa oder auf dem rasierten Schädel z.b. mit Horror Tattoos.
Wenn eine Tätowierung unter hygienisch einwandfreien Bedingungen von einer erfahrenen Person durchgeführt wird, ist das Risiko einer Schädigung gering, auf jeden Fall geringer als etwa bei Piercings.
Bedenklich erscheint nur, dass sich schon sehr junge Menschen unter die Nadel legen, sogar Minderjährige mit Genehmigung der Erziehungsberechtigten. Von Seiten z. B. der Kinderärzte wurde schon ein Tattoo- und Piercing-Verbot für Minderjährige gefordert. Die Prozedur ist nicht eben billig und recht schmerzhaft (eignet sich also auch als Coolness-Nachweis und Mutprobe). Die Auswahl an Tattoo Motiven ist riesig – es gibt für jeden Geschmack etwas, natürlich auch für den Geschmack von Kindern und Jugendlichen. Wenn aber jemand zehn Jahre später keinen Spaß mehr an seiner Dekoration hat und sie gern loswerden möchte, wird es erst richtig teuer. Überdies ist es in den meisten Fällen nicht möglich, Tattoo Vorlagen und Motive spurlos zu entfernen, und die Spuren sind in der Regel wenig dekorativ.
Wer sich tätowieren lässt, trifft also gewissermaßen eine Entscheidung fürs Leben und sollte deshalb alt genug sein, um diese Entscheidung wirklich fundiert treffen zu können.